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An der Donau

 

 

 

 

Natürlich geht es diesen Sommer wieder für Mayla und mich auf Reisen. Wieder in die gleiche Region, in der wir letzten Jahr schonw aren – Richtung Südosten. Weil es uns letztes Jahr so gut gefallen hat und wir so wenig Zeit hatten. Weil ein Rainbow-Gathering in Serbien ist. Weil ich mit Freunden an einem Projekt in Belgrad arbeiten mag.

Seit einem halben Jahr habe ich wieder einen regulären Job in einer Flüchtlingsunterkunft und Mayla geht in den Kindergarten. Das erste Mal also müssen wir uns an Kindergartenferien und Urlaubstage halten. Zum Glück sind sowohl meine Teamkollegen und Vorgesetzten wie auch Maylas Kindergarten sehr entspannt, und wir machen das meiste draus: 4,5 Wochen nehmen wir uns frei.

Mayla ist nun drei jahre alt. Leider immer noch recht lauffaul, zum Glück immer noch leicht genug, um längere Zeit in der Tragehilfe zu sein.
Dieses Mal reisen wir mit Zelt, Schlafsäcken und Isomatten, also sehr schwer bepackt, ohne Buggy und mit einem kleinen Rucksack für Mayla.
Und es heißt ganz klar: wenn ich den schweren Rucksack aufhabe, muss Mayla selber laufen. Das führt einige Male zu Stress, aber es ist auch sehr lehrreich für Mayla. Und sie versteht. Als ich sie einmal im Gedrängel trotz schwerem Rucksack auf meinen Arm hebe, sagt sie: „Aber du trägst mich doch nicht, wenn du den schweren Rucksack auf hast!“

Adieu Deutschland, halló Ungarn!

Es ist Donnerstag und ich mache pünktlich um 12 Feierabend. Mit einerseits einem schweren Herzen trenne ich mich von der Arbeit, die ich wirklich gerne mache. Trotzdem segle ich mit breitem Grinsen auf meinem Fahrrad von der Flüchtlingsunterkunft weg, auf zum Kindergarten meiner Tochter. 2 Stunden habe ich, um Mayla vom Kindergarten abzuholen, nach Hause zu radeln, dei tausend kleinen Dinge zu erledigen, die man nicht tags zuvor vorbereiten kann, meiner Nachbarin den Schlüssel und Kühlschrankreste zu übergeben, zum Bahnhof zu kommen und im Zug nach Berlin zu sitzen.
Im Familienabteil freundet Mayla sich erst mitder fast fünftjährigen Kim-Sophie an (den Namen hat die Mama sich auf den Arm tätowiert), deren Mutter Mayla und ihr aus Maylas Knete Spielzigaretten rollt.
zugfahren mit Mayla hat sich so verändert – die Begleitung ist ganz anders, sie ist viel selbstständiger, es geht nun mehr um verbale als spielerische Kommunikation. Wir quatschen ewig viel, ich beantworte Fragen, erkläre ihr, stelle ihr Fragen. Wir lesen uns eine Zeitschrift von „Calliou“ durch, die Mayla sich am Bahnhof ausgesucht hat. Mayla kann die kleinen Logik- und Zählaufgaben darin besser lösen als Kim-Sophie.
Kim-Sophie geht, das Baby Lotta kommt, mit dessen Mama ich mich sehr gut austauschen kann während Mayla mit Begeisterung all die Spielsachen, die Lotta durch das Abteil wirft, wieder aufhebt. Man merkt, dass wir mit dem Baby unserer Mitbewohner zusammenwohnen und mehrere Freunde mit kleinen Babies haben.
In Berlin treffen wir uns kurz mit meiner Schwester, was Mayla freut wie nichts. Sie hilft uns, zum Gleis mit dem Nachtzug zu kommen. Mit dem schweren Rucksack und einer Mayla, die sich geweigert hat, im Zug Mittagsschlaf zu machen, steige ich mit gemischten Gefühlen in den Nachtzug ein.
Wird es sich lohnen, mit einem Kleinkind die Anreise auf die Nacht zu verlegen, um möglichst viele Tage vor Ort zu haben?

Als wir durch den Zug laufen, sackt mir das Herz in die Hose. Es ist heiß, unerträglich heiß und stickig. Es gibt keine Sauerstoff, die Fenster gehen nicht auf und die Klimaanlage geht nicht. In den winzigen Abteilen sind sehr schmale Betten übereinander angebracht. Immerhin habe ich für 6 Euro mehr ein Abteil gebucht, in dem wir nur mit zwei zusätzlichen Menschen anstatt mit vieren sind. Und was mich am meisten stört, ist, dass unsere Betten die oberen sind. Oben, das heißt, über 2 m hoch, so, dass ich sie gerade mit meinen Händen berühren kann, und das ohne eine vernünftige Absicherung. Wie kann ich Mayla dort oben schlafen lassen ohne tausend Tode zu sterben, sie würde nachts herunter fallen? Zudem ist es oben noch viel heißer als unten….

Einziges Trostpflaster: Die beiden anderen Betten sind erst ab Prag belegt, was ein entspannteres Zu-Bett-bringen von Mayla gewährleistet.

Maylas Enthusiasmus über dieses Abteil bringt mich in die Realität zurück. Sie denkt, dies sei ein Abenteuerspielplatz und begeistert klettert sie die Leiter zu den Betten hoch und runter. Super, so wird sie schon sehr sicher darin und ich kann ich einige Grundregeln (nicht auf den Betten stehen, nie alleine klettern,…) einbläuen. Dann mache ich mich mithilfe von Harken, Knoten, Tragehilfe, Schnüren, einem Tuch, einem Holzlöffel, einer Isomatte und einem Zelt an die Arbeit und bin nach 15 Minuten mit meinem Werk soweit zufrieden, dass ich denke, so kann sie nicht mehr aus dem Bett fallen.

 

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Mayla liebt den Nachtzug

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Nun ist Mayla zufriedenstellend abgesichert.

Das Zubettbringen ist entspannter als angenommen. Wir essen die mitgebrachtne Tortelloni und Mayla liegt zwar lange wach, schläft aber schließlich friedlich ein. Ich mache dagegen kein Auge zu, bis um Mitternacht die beiden Männer zusteigen. Der eine ist unglaublich schüchtern und bringt außer einem extremen Schweißfußgeruch (als wäre die Luft noch nicht zum zerschneiden dick!) noch Kettensägengeschnarche mit. Der andere ist ein Grummelkopp. Mayla wacht 2 mal nachts kurz auf, ich döse nur für ca. eine Stunde weg – zu schlecht ist die Luft, zu laut das Schnarchen, zu viel Sorge habe ich noch um Mayla, zu laut ist das Zuggeknatter.

Fast schon froh bin ich, als es um halb 7 morgens aus Maylas Bett „aufstehen, Mama!“ tönt.

Wir schnappen uns Frühstück und Maylas Spielrucksack und klettern möglichst leise die Leiter herunter. Dabei springe ich dem Grummelkopp auf den Po, der weit in den Gang hereinragt – ich ernte böse Blicke.

 

Nach einem Waschen suchen Mayla und ich uns einen Platz zum Spielen und essen und finden ihn schließlich in einem Abteil, in dem außer uns nur eine indische Nonne sitzt. Sie ist nett, beobachtet uns, fragt zwischendurch Fragen, macht mir ein Kompliment:“Sie sind eine gute Mutter. Sie sind sehr empathisch, du erklärst viel, bist aufmerksam und setzt trotzdem klare Grenzen“

Mehrmals fragt sie mich nach Maylas Vater, nach einem Mann in meinem Lebenb, nach meinem Glauben, bis ich ihr bestimmt erkläre, dass ich nach einer hohen Ethik und Prinzipien leben, die sich in den meisten Religionen wiederfinden.

 

Endlich in Budapest!

Wir werden von Atilla, unserem Couchsurfer, vom Bahnhof abgeholt. Wir beziehen unser Zimmer bei ihm, er geht zur Arbeit und wir wollen einen Ausflug zu einem chinesischen Supermarkt in einem chinesischen Viertel voller Geschäfte und Läden machen. Es ist heiß und ich verlaufe michh hoffnungslos. Wir werden von den Menschen hin-und hergeschickt, es ist zu heiß und nach einer Stunde haben wir den besagten Laden in diesem Labyrinth noch immer nicht gefunden und haben beide schlechte Laune. Auf dem Rückweg machen wir noch kurz an einem Spielplatz halt – wo wir 15 Minuten nach dem Eingang suchen müssen -.-. Dann geht es zurück zur Wohnung und wir schlafen erstmal zwei Stunden.

 

Der Nachmittag wird entspannter – wir leihen uns den Buggy von Atillas Sohn aus und spazieren durch das schöne Budapest. Wir erkunden Spielplätze, posieren an den vielen Statuen und finden tolle Wasserfontänen, durch die Mayla eine halbe Stunde begeistert durchrennt.

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Dann holen wir uns veganes Essen in einem Restaurant, in dem wir letztes Jahr schon waren und treffen uns mit Atilla, seiner Frau Szusza und sienen beiden kleinen Söhnen zum Abendbrot-picknick im Park. Wir essen Reis, Seitan, Nudeln, Tofu, Eier, Salat und Melone und wären die Kinder auf dem Spielplatz spielen, reden wir bis zum Dämmerung.

Welche ein schöner Nachmittag denke ich, als Mayla später zufireden einschläft und ich mich kurze Zeit später auch auf ins Bett mache.

Am nächsten Tag fährt unsere Couchsurfing-Familie aufs Land, ich habe Lust, weiter Budapest zu erkunden und bleibe mit Mayla in der Wohnung.

Mayla und ich verbringen den Vormittag auf Spielplätzen, in Parks, an der Donau und an Seen, frühstücken in einem veganen Restaurant und kommen zum Mittagsschlaf wieder in die Wohnung zurück, während ich den Nachmittag plane.

Den Nachmittag verbringe ich dann auf der Margareten-Insel. http://www.budapestbylocals.com/margaret-island.html Eigentlich wollten wir einmal drumherumlaufen oder uns ein Fahrrad ausleihen, allerdings gefällt uns der Springbrunnen (jede volle Stunde bewegt das Wasser sich im Rythmus von 4 Lieder, die abgespielt werden), der Riesenspielplatz und der Mann, der die ganze Zeit Riesenseifenblasen machte direkt am Eingang so gut, dass wir drei Stunden nur dort verbrachten.

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Als der Springbrunnen das Lied „Time to say Goodbye“ spielt, muss ich weinen. Ich beobachte Mayla, die quietschfidel auf Bäume klettert, Steine und Stöcke sammelt und ihre Füße ins Wasser hält. Das Lied war das Beerdigungslied meines Cousins, der vor fast 15 Jahren in dem gleichen Alter wie Mayla von einem Auto überfahren wurde. Ich versuche, jede Sekunde mit Mayla wertzuschätzen und zu genießen.

Mit einem Pizzastück in der einen und einem Maiskolben in der anderen Hand machen wir uns abends zurück zur Wohnung.

 

Am nächsten Morgen geht es zum Bahnhof. Wir fahren nun nach Serbien, wo wir in Subotica bei einer Bekannten übernachten wollen bevor es auf das Rainbowgathering geht, wodrauf ich mich nach den Tagen in der Stadt schon sehr freue.

 

 

Ja, Mayla und ich sind wieder am Reisen. Wir haben schon viele Abenteuer im Nachtzug, in Budapest, an der Grenze zu Serbien wo mir aufgefallen ist, dass ich Maylas Reisepass vergessen habe und deshalb auf der Polizeiwache war und zurueck nach Budapest musste und auf einem herrlichen Rainbowgathering im serbischen Wald voller Muecken erlebt. Ueber all dies moechte ich gerne noch mehr berichten, aber nun liegt mir etwas anderes, sehr viel Dringenderes am Herzen.

Wieso Belgrad?

Bekannte von mir sind bereits seit fast einem Jahr in Belgrad aktiv, um hier die Refugees zu unterstuetzen. Inzwischen gibt es eine gute Infrastruktur – eine mehr oder weniger feste Gruppe, Spenden, eine gemietete Wohnung und die taegliche Routine, zweimal taeglich Tee im Park, in dem die Fluechtlinge schlafen, herauszugeben. Und nebenher Kontakte schaffen , Fragen beantworten, Laecheln verteilen, Hoffnung geben, Informationen teilen, Menschlichkeit zeigen, Telefone ausleihen.
Ja, dachte ich. das ist ein guter Ort, um gemeinsam mit Mayla fuer eine kurze Zeit waehrend meines Urlaubs (ich arbeite inzwischen in einer Fluechtlingsunterkunft) etwas Sinnvolles zu tun.

Wie ist die Situation gerade?
Entschuldigt meine Wortwahl. Scheisse. Anders kann man sie nicht titulieren.
Die Grenzen zu Ungarn sind nun schon seit Monaten zu. Teilweise seit dieser Zeit sitzen die Menschen hier in Belgrad fest. Das heisst, sie halten sich um Park auf, in dem sie offiziell nicht sein duerfen. Hunderte und hunderte von Maennern und Familien suchen hier unter den Baeumen schatten und ein wenig Schlaf. Vielen wurde auf ihrer Reise alles Geld weggenommen, sie haben kein Geld mehr fuer Essen oder irgend etwas anderes. Es gibt hier keine Toilette, keine Dusche, keinen Schutz for Regen oder Kaelte. Es gibt einige Freiwillige hier, serbische sowie aus anderen Laendern, die versuchen, einigen Menschen Decken und Essen zu geben, doch es reicht einfach nicht.
Die Fluechtlinge koennen (und wollen) nicht zurueck, da sie illegal angekommen sind. Sie koennen nicht weiter, da die Grenze zu Ungarn dicht ist. Sie kommen hier muede, hungrig, verzweifelt an. Viele wurden von ihren Familien getrennt. Alle sind seit Tagen oder Wochen am laufen, auch mit kleinen Kindern. Sie haben zwei Laender nur zu Fuss durchquert, um von den Taliban und ISIS zu fliehen.
Das Bedrueckendste? Sie haben es hier in diesem dreckigen, stinkenden, heissen Park besser als jemals zuvor auf ihrer Reise. Viele Menschen kommen mit Verletzungen an – offenen Beinen, gebrochenen Koerperteilen, entzuendeten Augen. Das kommen von der ungarischen und bulgarischen Polizei. Die lassen Hunde auf die Fluechtlinge los, besruehen sie mit Pfefferspray, schagen mit Stoecken auf sie ein, benutzen Elektoschocks, treten sie. Nicht nur die Maenner – ich habe Kinder und Frauen getroffen, die von Hunden angefallen wurden und die mit Elektroschocks attackiert wurden.
Natuerlich will Belgrad ( und ich meine damit die politische Macht hier, nicht die Leute selbst) die Leute nicht in ihrem schoenen Park haben. Nun haben sie angefangen, den halben Park umzubuddeln – angeblich, um den Rasen zu erneuern – was den Menschen sehr viel weniger Platz laesst.

Wir sind genau zur richtigen Zeit hergekommen. Seit drei Tagen sind wir hier, gestern haben die Fluechtlinge eine Demonstration gehalten. „Stoppt den Krieg, wenn ihr Fluechtlinge stoppen wollt“ steht auf vielen Schildern. Einige kleben sich den Mund zu, viele wollen einen Hungerstreik halten, bis sie weiterkoennen.
Dann sind gestern 250 Leute losmarschiert, Protestmarsch zur Grenze nach Ungarn. Einige unserer Gruppe haben sie begleitet. Die Nacht haben sie draussen verbracht. Heute gibt es das erste Mal keinen Tee hier im PArk – denn wir waren die letzten Stunden damit beschaeftigt, Wasser abzufuellen und Essen zu kochen, Schuhe zu finden und Decken, um sie zu der erschoepften Gruppe zu bringen, die nun etwas 50 Kilometer von hier Rast macht und kein Wasser und kein Essem mehr hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Meine und Maylas Erfahrungen der letzten Tage
Ausser Essen machen, Plaene schmieden, was fuer Ressourcen wir fuer den Protestmarsch haben und Tee zu kochen haben wir bisher viel Zeit im Park verbracht.

Von vielen Leuten ist das Ziel Deutschland. Immer wieder die Frage: was denken die Deutschen? Wollen die Deutschen uns haben? Wie werden sie uns behandeln? Ich habe viele Diskussionen mit den Menschen, in denen ich ihnen klar machen will, dass viele Menschen sie mit offenen Armen empfangen aber viele Menschen auch keine Fluechtlinge haben wollen. Sie haben Angst, sage ich. Angst, dass nicht genug fuer alle da ist, Angst vor Sozialschmarotzern, Angst vor Terrorismus. Die Leute schauen mich traurig an. Aber wir fliehen doch selber vor den Terroristen. Wir wollen niemandem etwas weg nehmen. Wir wollen arbeiten. Wir wollen doch nur sicher sein.

Die Geschichten, die ich hoere, brechen mir das Herz. Eine Grossfamilie stellt sich von, der Grossvater spricht perfekt englisch, er leitete ein Hotel, bevor dies zerbombt wurde. Er ist mit seinen drei Kindern und drei Enkeln da. DIe Kinder sind voller Exzeme und Mueckenstiche, die Muetter erschoepft. Die Muetter sagen mir, sie wollen gerne mal wieder duschen. Sie sind seid 3 Wochen nur am laufen und sehr hungrig. Ich frage, wo die Oma sei. Betretene Blicke. Sie habe es nicht geschafft. Sie hatte Knieprobleme, konnte nicht schnell genug rennen an der Grenze zur Tuerkei und wurde nach Afghanistan zurueckgebracht.

Eine junge Frau ist da, mit einem Baby. Die Mutter des Babies ist in einem bulgarischen Camp. Sie hat der jungen Frau ihr Baby anvertraut, da diese die Grenze ueberqueren duerfte. In der Hoffnung, dass sie nachkommen duerfte, in der Hoffnung, wenigstens das Baby ein wenig naeher an einem sicheren Land zu haben.

Ein Mann humpelt. Er hat beide Fuesse mit dreckigen Bandagen verbunden, seine Augen sind entzuendet. Er sagt, die bulgarische Polizei habe ihn fuer den Anfuehrer seiner Gruppe gehalten und die werden am Schlimmsten geschlagen.

Ein Mann spricht mich auf deutsch an. Wir koennen eine komplette Unterhltung auf deutsch fuehren – er hat 8 MOnate in Deutschland gelebt, dann wurde er zurueck geschickt. Nun versucht er es wieder. Und wieder. Zurueck in den Krieg, zum Terror – das ist keine Option. SOgar ein Leben in diesem Park, sogar die Pruegel der Polizeit und der Gangs sei besser als das.

Und Mayla? Die liebt unsere Ausfluege in den Park. Sie ist der Liebling aller Fluechtlinge und wird von ihnen mit billigen und ungesunden Keksen gefuettert (die einzige Nahrung, die sie inzwischen von den Organisationen vor Ort bekommen) und wir kuemmern uns zusammen um die Kinder. Wir machen Kreisspiele, die die Kinder begeistert auf deutsch mitsingen. Wir spielen fangen und verstecken und ich sehe in die erschoepften Augen der Muetter die Dankbarkeit, ein Laecheln, manchesmal eine Traene im Auge, ihre Kinder lachen und herumtollen zu sehen.

Wir suchen Schuhe fuer eine Familie. Alle haben blutige Fuesse voller Blasen vom Laufen, viele kamen Barfuss.

Es ist ein komisches und eine wneig schoenes Gefuehl, um 8 Uhr mit heissem Tee im Park zu stehen und zu sehen, wie sich die Menschen langsam aus ihren Ecken und Decken rollen um dankbar einen Becher heissen Tee, ein Laecheln und ein paar aufmunternde Worte entgegenzunehmen.
So viele Eindruecke schon nach 2,5 Tagen. 1, 2 Wochen bleibe ich noch, bevor es wieder nach Hause geht. So viel zu tun

Wo ist die Menschlichkeit?

Was koennt IHR tun?

Nicht jeder kann mal eben in den Balkan fahren zum Helfen. Das, was am Meisten gebraucht wird, ist Geld. Seit 2 Tagen sind die Spendengeder aufgebraucht. Die Leute, die hier schon laenger helfen, sind an den Grenzen ihres Bankkontos angelangt. Ich habe die letzten Tage vieles aus einigener Tasche bezahlt, aber es geht nicht so weiter. Wir brauchen alles – Essen, Wasser, Schuhe, Kleidung. Die Wohnung und das Auto, welches unabdingbar sind, muessen bezahlt werden.

Dies ist die Gruppe, mit der ich hier bin. Dort sind auch Details zu Spenden. BITTE, WIR BRAUCHEN EUCH

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Rote Hilfe e.V.
IBAN: DE18 4306 0967 4007 2383 04
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: “UnterstützungBalkan”

Ich werde euch auf dem Laufenden halten. Und auch viele Fotos posten. Doch gerade ist die Zeit einfach viel zu knapp

Dieser Blog ist eher ein online gestelltes Reisetagebuch.

Ich schreibe nun häufiger Gastartikel auf dem Blog einer Freundin, schaut dort doch gerne mal rein:

Hier gebe ich Tipps zum Zelten mit Kind

Wie jung ist zu jung fürs zelten?

Wie jung ist zu jung fürs zelten?

Hier erkläre ich, was eigentlich ein Rainbow-Gatering ist und ob es etwas für Kinder ist

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Haben Kinder etwas auf Rainbow-Gatherings verloren?

Hier schreibe ich über mein letztes Festival mit Mayla sowie Tipps zu Festivals mit Kindern allgemein außerdem gibt es eine tolle Liste mit vielen Festivals, die ich oder andere Leute als kinderfreundlich/kindergeeignet einstufen!

Können Festivals auch für Kinder schön sein?

Können Festivals auch für Kinder schön sein?

Hier gebe ich meine persönliche Packliste mit Kind preis, besonders auf tropische Länder zugeschnitten

Was muss unbedingt mit, was kann zuhause bleiben?

Was muss unbedingt mit, was kann zuhause bleiben?

Hier schaue ich unter anderem mit Steffi, welches Alter das beste Reisealter für Kinder ist

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Welches Alter hat welche Besonderheiten?

und hier zeige ich, was man in meiner Heimatregion alles so kostenlos und -günstig mit Kind erleben kann

Wie kann ich meinen Kindern ein tolles Freizeitprogramm bieten - mit ganz wneig Geld?

Wie kann ich meinen Kindern ein tolles Freizeitprogramm bieten – mit ganz wenig Geld?

Viel Spaß beim Lesen!

2 Wochen England

Mayla = Treehugger

Mayla = Treehugger

Eigentlich wollten Mayla und ich in die Schweiz, auf eine Art Festival. 2 Tage vor geplanter Abreise überlegte ich es mir anders: es schien doch nicht so das passende für uns zu sein.
Am gleichen Tag erhielt ich eine Email von meinen beiden australischen Freunden Jason und Janelle, die seit einem Jahr in London leben. Wann ich denn endlich mal vorbei kommen würde?

Na also, dachte ich, das kann kein Zufall sein. Es gab zwar leider keine günstigen Zugticket, aber was solls: ich buchte meine Zugfahrt von Osnabrück über Köln und Brüssel nach London, sowie die Rückfahrt 2 Wochen später.

2 Tage hatte ich noch, um einen alten Großbritannien-Lonely-Planet vom Dachboden zu kramen, mir eine ungefähre Route zu überlegen, Couchsurfing-Profile zu durchstöbern und Freunde über England auszuquetschen, dann ging es los.

Ein schwieriger Start – Schlafmangel
Die Nacht vor unserer Zugreise schlief Mayla ausnahmsweise mal schlecht. Der Mittagsschlaf im Zug fiel natürlich auch sehr kurz aus. Und dann waren wir erst abends um 9 Uhr bei Jason und Janelle in London. Die gut 8stündige Zugfahrt hat sie zwar super bewältigt, aber als wir dann ankamen, war sie total übermüdet. Am nächsten Morgen wachte sie um 5 Uhr morgens auf, da uns die Sonne dank fehlender Jalousien in das Gesicht schien. Die Folge war eine komplett unausgeglichene Mayla. Es dauerte einige Tage, bis wir Maylas Schlafdefizit eingeholt hatten.

London!
Das erste Mal in Europas größter Metropole!
London ist riesig, laut, unübersichtlich und teuer. Es ist aber auch lebendig, multikulturell, voller weitläufiger Parks und Museen, die keinen Eintritt kosten.
Meine Freunde geben uns eine kleine Stadtführung (die der übermüdeten Mayla wenig zusagt), wir erkunden viele Spielplätze, die allesamt immer voller Kinder sind (die Spielplätze in Westerkappeln, unserer Heimatstadt, sind fast immer menschen- bzw. kinderleer) und besuchen zwei Museen.

Erst geht es in das Natural History Museum, das besonders auf Kinder zugeschnitten sein soll. Ist es auch, besonders allerdings für Kinder, die schon Dinosaurier-, Meerestiere-begeistert sind oder sich für ausgestopfte Tiere interessieren. Trotzdem war es auch für Mayla interessant, besonders der riesengroße animierte Tyrannosaurus-Rex fesselte sie und nur mit gutem Zureden konnte sie sich nach 15 Minuten von ihm lösen.

Dann besuchen wir noch das British Museum, ein riesengroßes, ebenfalls kostenloses Museum mit etlichen Ausstellungen zu den verschiedenen Erdteilen, Kulturen, Wissenschaften der Erde Es ist wahnsinnig spannend, besonders gut gefällt mir die Ausstellung zu Naturvölkern und eine Ansammlung von all den Pillen und Medikamenten, die eine Frau und ein Mann im Laufe ihres Lebens genommen haben – eine erschreckende Veranschaulichung, wie viel Chemie der „Durchschnittsmensch“ in seinem Leben schluckt.

Wir haben zufälligerweise eine kleine Kirmes gefunden!

Wir haben zufälligerweise eine kleine Kirmes gefunden!

Big Ben

Big Ben

Die riesige Bücherei im British Museum

Die riesige Bücherei im British Museum

Mittagsschlaf im British Museum

Mittagsschlaf im British Museum

Ausgeschlafen - die Ausstellungen sind zu langweilig, stattdessen darf Mayla Treppen hoch und runter klettern

Ausgeschlafen – die Ausstellungen sind zu langweilig, stattdessen darf Mayla Treppen hoch und runter klettern

Ein DInosaurierschädel im Natural History Museum

Ein DInosaurierschädel im Natural History Museum

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Mit Jason und Janelle ib der U-Bahn, auch

Mit Jason und Janelle ib der U-Bahn, auch „Tube“ genannt

Klassisches britisches Wetter in Stonehenge und Shaftesbury
Als alter Fan der Avalon-und-König-Arthur-Sage musste ich mir natürlich Stonehenge anschauen. Obwohl es sehr touristisch ist, hat mir der Besuch doch gut gefallen. Leider darf man nur in einem recht großen Abstand außen um die Steine herum laufen und alles ist voller Leute, dennoch fasziniert einen dieses große Mysterium. Es gibt viele Informationen.und zusätzliche Ausstellungen, und es ist ein herrliches Gefühl, um die Steine herumzuwandern. Wie muss es erst sein, frage ich mich verträumt, hier ganz alleine, ohne andere Touristen, Restriktionen und Zäune, durch die Steine zu spazieren?
Ich bin froh um unsere Regensachen und Mayla rennt quietschend vor mir her und weg. Sie spielt mit dem immer stärker werdenden Wind, lehnt sich dagegen, lässt sich anschieben und immer wieder merke ich, dass ich nicht mehr meinem Audioguide zuhöre, sondern vielmehr mich auf Maylas kindliches Spiel konzentriere – so wie viele andere auch. Irgendwann wird der Wind so stark, dass Mayla mehrmals umgeworfen wird und sich bei den Windbören nicht alleine wieder aufrichten kann. Ich nehme sie auf den Arm, der Regen wird stärker und in diesem ungemütlichem Wetter rennen wir zurück zum Ausstellungsraum.

Unser nächster Halt ist Shaftesbury, ein kleiner Ort etwas 30km südwestlich von Stonehenge, wo ich von Roz und ihrem 5jährigen Sohn Algy beherbergt werde. Mayla ist begeistert von Algy und vor allem seien Spielsachen. Sie rutscht, fährt mit seinem kleinen Auto, springt Trampolin, baut mit seinen Bausteinen und fühlt sich pudelwohl, während Algy mich an der Hand durch den Garten zerrt um mir seine Geheimgänge und -verstecke sowie seine drei Hühner Isabelle, Mathilde und Jasmin vorzustellen. Auch mit Roz kommen wir gut klar und erleben wundervoll friedlich-ruhige Nächte in unserem großen Dachgeschoss-Zimmer. Shaftesbury mit seinen endlosen Feldern, uralten kleinen Häusern und Wäldern ist eine willkommene Veränderung nach den drei Tagen in der 10er-Haus-WG bei meinen Freunden im großen London.

An einem Tag gehen wir nach Shaftesbury rein. Auf dem Spielplatz ist das Wetter so ungemütlich, dass Mayla nach 5 Minuten im-Regen-rutschen keine Lust mehr hat und so entscheide ich mich für ein zweites Frühstück im nächsten Restaurant. Und was für ein Frühstück! Wir bekommen Eier, Bohnen, Tee, Saft, Brot, Marmelade, gebackene Tomaten, gebratene Pilze, Kartoffelröstis und Salat in einer riesigen Menge und das für nur 5 Pfund (für England sehr günstig). Mayla und ich wärmen uns am Feuer auf, beobachten von unserem gemütlichen Fensterplatz die Leute, die durch den Reen eilen und hauen uns den Bauch voll – es schmeckt ausgezeichnet.
Danach gehen wir noch in die Shaftesbury Abbey, ein uraltes Kloster (das erste Frauenkloster in England) mit einer ganz reizenden Dame, die uns das Ticket verkauft und genießen besonders den riesengroßen Garten mit vielen Informationstafeln, Audioguide und einem Kräutergarten. Zwischendurch müssen wir immer wieder Regenschauern ausweichen und wieder rein gehen.

Algy, Couchsurfing-Freund

Algy, Couchsurfing-Freund

Klostergarten

Klostergarten

Mayla ist ein Ritter

Mayla ist ein Ritter

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vor der Shaftesbury Abeey

vor der Shaftesbury Abeey

Ausblick von SHaftesbury

Ausblick von SHaftesbury

Unser Bombenfrühstück

Unser Bombenfrühstück

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Im Wind spielen

Im Wind spielen

Auf unseren Bus nach Stonehenge warten

Auf unseren Bus nach Stonehenge warten

Trotzphase in Bath
Auf Anraten verschiedener Bekannter (Bath sei die schönste Stadt Südenglands!) ging es als nächstes nach Bath. Bath ist eine sehr alte Stadt, einst (und wieder) bekannt für seine (namesgebenden) römischen Bäder und daraus resultierender stark römisch geprägten und wunderschönen Architektur.
Dieses Mal verbringen wir herrliche Tage bei Astrid und Benjamin und ihrer 6 Monate alten Tochter Elke sowie deren Mitbewohnern. Mayla ist begeistert von Elke und will sie immerzu streicheln (was Elke nicht immer so schön findet) und ist unheimlich interessiert an dem Thema Babies, Milch trinken, Schnuller, im Bauch sein (ihr erster langer Satz: „Mayla Baby Mama Bauch“->„als Mayla ein Baby war, war sie bei Mama im Bauch“!).
In der Nähe unserer Couchsurfer gibt es einen riieesiigen Spielplatz, auf dem Mayla vermutlich am liebsten die kompletten zwei tage verbracht hätte. Stattdessen schleppe ich sie mit auf eine Stadterkundung (eine tatsächlich sehr hübsche Stadt) sowie in das Museum der ehemaligen römischen Bäder. Erst frage ich mich, ob sich der hohe Eintrittspreis von 14 Pfund lohnt, doch es ist wirklich sehr groß und interessant drinnen. Doch tatsächlich ist dies das erste Museum, das meine 2jährige-voll-in-die-Trotzphase-gekommene Tochter nicht mit Bravour meistert. Sie nölt, sie trotzt, ie schimpft, wenn sie nincht überall hochklettern darf, sie testet aus, meine Neins zu ignorieren, sie rennt weg, sie schmeißt sich auf den Boden und kreischt. Es hagelt Blicke von den zahlreichen Besuchern, die alle brav ihren Audioguides zuhören. Eigentlich bin ich ziemlich schmerzlos bei Maylas Trotzattacken und lasse sie auch mal in einer Fußgängerzone ihre Trotzphasen ausleben, doch hier gebe ich irgendwann auf und verlasse schließlich das Museum. Stattdessen darf sie auf dem Marktplatz Tauben jagen. Auch gut.

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Couchsurfing-Baby Elke

Couchsurfing-Baby Elke

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Die heiße Quelle, römische Bäder

Die heiße Quelle, römische Bäder

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Noch mehr King Arthur und Natur in Nordcornwall
Als nächstes wohnen wir in Bodmin, Nordcornwall, bei Emma und ihren vier Kindern Theon, Jessica, Abigail und Isaac. Die Kinder haben alle ein Wochenende bei ihrem Vater und Mayla freut sich natürlich über all die zurückgebliebenen Spielsachen. Besonders Jessicas Puppen-Ausstattung hat es ihr angetan und die Baby Born wird gefüttert, gewickelt, spazieren geschoben, im Auto herumgefahren und in das Bett gebracht.
Ich mache einen Tagesausflug nach Tintagel, einer alten Schlossruine um die sich viele Sagen und Mythen in Verbindung mit Kind Arthur drehen.

Ich habe Lust, endlich mal wieder eine Wanderung zu machen und so klettere ich mit Mayla einen wunderschönen Wanderweg auf die Klippen hoch und stehe im Wind und betrachte das Meer, das man in dem Neben kaum sieht. Mayla und ich sind ganz alleine. Ich schließe die Augen, höre das Meer und mir wird klar, das dies bisher der schönste Moment auf meiner Reise ist.
Der Pfad führt uns an die alte Burg heran. Und hier komme ich nochmal richtig in des Schwitzen. Insgesamt über 600 Treppen führen auf die Burg und um sie herum. Und das mit einem inzwischen 11-kilo-Paket auf dem Rücken sowie Proviant in der Tasche! Doch es fühlt sich sehr gut an, mal wieder aus der Puste zu sein.
Es sind nur wenige Ruinen noch übrig und man kann kaum etwas sehen vor lauter Nebel – was es jedoch um so authentischer macht, ist doch der häufige Nebel sicher ein Grund für die vielen Legenden.
Zwischendurch darf Mayla auf den Mauern herumklettern, Schafe beobachten und Steine sammeln, die meiste Zeit muss sie aber auf dem Rücken bleiben – es sind zu viele steile, gefährliche Treppen und ungesicherte Pfade direkt an den Klippen.

Von Bodmin aus machen wir einen Ausflug Zum Eden Project. Eigentlich wollte ich nicht dorthin, da zu teuer und eine schlechte Busverbindung, doch wir haben großes Glück: Bei Emma wohnen noch andere Couchsurfer, die mit ihrem Mietauto dorthin fahren und sogar noch eine Freikarte für mich besitzen!
Also erkunden sie den ganzen Tag dieses faszinierende Projekt: Vor nicht einmal 20 Jahren fingen Leute an, aus einer alten verlassenen Tongrube ein Pflanzenparadies zu erschaffen – und das mit vollem Erfolg. Heute ist Eden ein riesiges Gelände mit 2 unheimlich großen Biomen (riesige Gewächshäuser), in denen einmal der Regenwald und einmal mediterranes Klima herrscht, einem weitläufigen Außengelände, der „Core“, einem 3stöckigen Ausstellungszentrum, der „Stage“, in denen Projekte laufen, mehreren Bio-Restaurants und viel Information zu Pflanzen, Tieren, Klima, Wissenschaft, Erderwärmung, Ressourcenschonung, Biologie, Technologie, alternative Energien, Pflanzenpower, etc….. Das alles sehr interessant und anschaulich präsentiert. Ich spaziere mit Mayla durch das Außengelände und das Regenwald-Biom, schaue mir einen Teil der Ausstellungen an, wir machen ein Picknick und den Rest der Zeit darf Mayla in der Kleinkind-ecke spielen und auf eine Hüpfburg.

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Mayla ist soo stark!

Mayla ist soo stark!

So stark sind Hanf-Seile

So stark sind Hanf-Seile

Eden Project

Eden Project

Mayla schläft während unserer Wanderung

Mayla schläft während unserer Wanderung

Wäre der Nebel nicht, könnte man hier das Schloss sehen

Wäre der Nebel nicht, könnte man hier das Schloss sehen

Merlin's Höhle

Merlin’s Höhle

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Nach der anstrengen Treppen darf MAyla im Bach spielen

Nach der anstrengen Treppen darf MAyla im Bach spielen

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Das Regenwald-Biom

Das Regenwald-Biom

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Das Schloss Tintagel im Nebel

Das Schloss Tintagel im Nebel

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Der Zug ist total überfüllt. Mayla stört es nicht, dass wir auf dem Boden sitzen müssen - vor allem wenn die Mitreisenden sie mit Snacks verwöhnen!

Der Zug ist total überfüllt. Mayla stört es nicht, dass wir auf dem Boden sitzen müssen – vor allem wenn die Mitreisenden sie mit Snacks verwöhnen!

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Hexenstadt Glastonbury
Nach Stonehenge und Tintagel darf natürlich Glastonbury nicht fehlen. Leider finden wir hier keinen Couchsurfer, bekommen aber ein unheimlich schönes und recht günstiges Zimmer im Backpacker-Hostel vor Ort, mit 2 großen Betten, einem sauberen Badezimmer, einem Fernseher und soviel Tee und Kaffee, wie ich trinken möchte.

Glastonbury ist eine sehr alternative Stadt, die alle möglichen bunten Leute anzieht – „New-Age“, Hexen, Hippies, Heiler und Suchende. Die wenigen Geschäfte, die es gibt, bieten Tarot, Hexenaustreibung, Handlesen, Aura-Massagen, Reiki und Reinigungen an und verkaufen Pendel, Heilsteine und Zaubertränke.
Grund für diese Szene ist wohl sowohl das nahegelegene Gglastonbury Festival, das größte Festival Englands sowie da Glastonbury Tor, das von vielen als Tor zur „anderen Welt“ bzw. zu Avalon gesehen wird und was Mayla und ich heute nachmittag besteigen.
Zum Fuß des Tores (was auf keltisch Berg bedeutet) ist es ein angenehmer 25-Minuten-Weg (der durch einen Spielplatzbesuch unterbrochen wird., ganz nach meiner Faustregel – etwas für Mayla, dann etwas für mich machen.)
Dann heißt es noch einmal 20 Minuten Treppensteigen, dann sind wir endlich oben. Welch ein Ausblick! Überall sitzen Menschen und haben es sich zu einem Picknick gemütlich gemacht. Ich genieße den Ausblick und erhole mich vom Aufstieg, mache mich aber recht zeitnah wieder auf den Rückweg – Zu steil ist es mir hier und ich kann Mayla keine Sekunde aus den Augen lasen, aus Sorge, dass sie zu weit weg geht und stolpert.

In dieser Nacht beginnt Mayla, Fieber zu haben.

Dort oben wollen wir hin!

Dort oben wollen wir hin!

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Krank in London

Maylas Fieber hält auch am nächsten Tag noch an, als wir wieder zurück bei Jason und Janelle sind. Welch eine Ironie – ich bin gekommen, um die beiden wiederzusehen und dmait sie Mayla mal wieder sehen können, die beim letzten Besuch erst 4 Monate alt war. Erst der Schlafmangel, nun krank – Sie haben Mayla immer nur unzufrieden gesehen!

Da Maylas Fieber nicht wirklich weg geht und sie auch Schmerzen im Mund hat, verbringen wir unseren letzten Tag in London bloß mit Jason, Janelle und meinem englischen Freund Alexis, der extra 3 Stunden mit der Bahn nach London gefahren ist, um uns zu sehen, in einem Park in der Nähe.
Ich mache mir Sorgen um Mayla und mich bangt es ein wenig vor unserer 11-stündigen Rückfahrt am nächsten Morgen mit einem kranken Kind.

Mayla telefoniert nach Hause

Mayla telefoniert nach Hause

11 Stunden Zugfahren mit einem fiebrigen Kind?

Mayla wacht um 3.30 morgens auf und kann nicht mehr schlafen. Sie ist totmüde und fiebrig, aber der Schlaf kommt einfach nicht. Ich versuche, nichts schwarz zu malen (wir müssen da nun eh durch) und um 5.15 gehen wir aus dem Haus.
Und Mayla ist die Wucht. Sie isst nichts, weil ihr das weh tut, muss aber unheimlich Hunger haben. Manchmal weint sie vor Schmerzen auf. Sie ist total übermüdet. Trotzdem meistert sie die Zugfahrt problemlos. Wir spielen, sie freundet sich mit einem kleinen Jungen an, wir lesen etliche Bücher und sie schlägt sich total wacker. Gegen 14.00, nach fast 11 Stunden wach sein, schaffe ich es endlich, sie in den Schlaf zu wiegen. Und dann müssen wir noch eine Stunde in Osnabrück am Bahnhof warten – mein Bruder steht im Stau.
Und dann, um 17.15, sind wir endlich zuhause. Ich bin zu müde zum duschen und setze mich mit Mayla in die Badewanne. Mayla ist zu müde zum weinen und so liegen wir beide um 19:30 im Bett. Mayla, mein kleines Superkind, fiebert weiter. Und ich merke, wie (wie ich das schonmal nach einer anstrengenden Reise erlebt habe) mein Körper nun, nach 3-Nächten-und-2-Tagen für Mayla stark sein, endlich die Erschöpfung zulässt. Ich bin zu erschöpft, um nochmal aufzustehen, lasse mir von meinem Vater eine Wärmflasche machen und denke nur noch, welche biologischen Wunder Mütter (bzw. Menschen) doch sind – wie sie sich komplett verausgaben können, ganze Nächte für ihre Kinder da sein und für sie stark sein können und erst dann, wenn alles wieder in „Ordnung“ ist, ihre Schwäche zulassen können. Dann schlafe ich erschöpft ein.

Am nächsten Tag gehen wir zum Arzt. Mayla hat Mundfäule – eine ganz fiese, aber häufige, Herpeserkrankung im Mund, die unheimlich Schmerzen und durchgängig hohes Fieber verursacht. Kann man nichts machen, außer Schmerz- und Fiebermittel geben und abwarten. Viele Mütter werden diese Infektion oder auch allgemein den Zustand des Schmerzes von ihren Kindern her kennen und wissen, wie furchtbar es ist, ihnen diese Schmerzen nicht abnehmen oder lindern zu können…

Auf nach Hause

Auf nach Hause

Geld, Couchsurfing und wie Mayla und ich gereist sind
England, vor allem London, ist teuer. Zum Glück braucht man sehr wenig Geld, wenn man Couchsurfing macht und daher weder Geld für eine Unterkunft noch für Restaurants (dank vorhandener Kühe) braucht. Natürlich ist dies nur einer der Gründe, aus denen ich Couchsurfing mache. Noch viel wichtiger ist, dass es einfach schöner ist – besonders wenn man als Familie bei Familien wohnt. Vorhandenes Spielzeug, Spielpartner, kindgerechte Wohnungen, Gesprächspartner an Abenden, die man sonst alleine im Hotelzimmer verbringen würde, Jemanden, der mal zwei Minuten nach dem Kind schauen kann und vor allem auch Verständnis seitens der Eltern von weinenden, lauten, trotzenden Kindern – schließlich haben sie es selber auch schon durchgemacht oder sehen so, was auf sie zukommt😉

Das, was wirklich ein riesiges Loch in meinen Geldbeutel gefressen hat, sind die Zugfahrten. Zufahren ist unglaublich teuer in England (wenn man nicht gerade seeehr früh bucht) und auch nicht so schön weit verbreitet wie in Deutschland. Eine Reise zu planen ist der Horror, sind wir doch verwöhnt von Seiten sie die der deutschen Bahn, die einfach alles für einen plant (ja, etwas gutes muss man den Halsabschneidern dann ja mal doch zusprechen). Stattdessen gibt es etliche, unübersichtliche Seiten der einzelnen Unternehmen. Das wurde besonders anstrengend, da meine Reise häufig in kleinere Orte führe, die nicht am Zugnetz angeschlossen waren. Diese kleinen Orte werden allgemein extrem schlecht bedient. Am Wochenende oder Feiertagen auf Busse angewieen zu sein? Ein Alptraum und teilweise nicht möglich! Nun verstehe ich gut, wieso sich die meisten Reisenden ein Auto mieten!
Tatsächlich haben wir etwa 220 Euro nur für den Fernverkehr in England ausgegeben! Und das obwohl wir einige Male nicht fahren konnten, da es keine oder nur schlechte Verbindungen ab.
Dazu kommen 30 Euro für die U-Bahnen in London und natürlich die unheimlich teuren Tickets von Osnabrück nach London und zurück – insgesamt 215 Euro! Das macht 465 Euro nur für Busse und Züge!

Außer für Verkehrsmittel haben wir für 14 Tage England etwa 450 Euro ausgegeben. Davon haben wir auch meistens für unsere Couchsurfer gekocht.
Dazu kommt, dass der Euro weiterhin unheimlich schwach ist. Wäre ich vor zwei Jahren nach England gefahren, hätte ich nach damaligem Wechselkurs fast 200 Euro weniger ausgegeben!

Übersicht Kassensturz

215 € Tickets Osnabrück-London-Osnabrück
220 € Busse und Züge in England
30 € U-Bahnen London
40 € Hostel Glastonbury
20 € Gebühren für Geld abheben und umtauschen
20 € Eintritt römische Bäder in Bath
10 € Eintritt Burg Tintagel
360 € Essen, Souvenirs, Kleinigkeiten, Sonstiges


915 €

Fernbusse sind sehr viel günstiger, brauchen aber auch viel länger und bedienen nur die touristischsten Orte und beliebtesten Strecken, für Mayla und ich tatsächlich nur einmal nutzbar, von Glastonbury nach London, ausgerechnet der Tag, also Mayla schon krank war. Dennoch hat sie die Fahrt über nicht einmal geweint, das kleine Wunderkind, und stattdessen 4,5 Stunden gespielt, gelesen und geschmust.

Und dann war da noch das hitchhiken. Ich hitchhike nicht gerne mit Mayla. Doch zweimal schien es mir die einzige Möglichkeit.

Beim ersten Mal mussten wir von Stonehenge nach Shaftesbury – 30km mit Auto, doch mit öffentlichen Verkehrsmitteln über 3 Stunden und mit 3 verschiedenen Bussen und einem Zug, etwa 50 Euro.
Das wollte ich weder Mayla noch mir oder meinem Geldbeutel antun, und so fuhr ich das erste Mal per Anhalter. 10 Minuten stand ich an der Straße – Mayla sicher in der Tragehilfe vor einem Bauch, Lieder singend – da hielt ein junger Mann an. Er sei in Neuseeland viel per Anhalter gefahren. Er wohne direkt hier um die Ecke, würde uns aber wohl eben nach Shaftesbury bringen. Wir unterhalten uns geht, er will eine Abkürzung fahren, wir verfahren uns und fahren so doppelt so lange als eigentlich nötig – doch das macht nichts, denn wir durchqueren wunderschöne verträumte alte Dörfer und kommen an vielen alten, schönen Häuschen vorbei – eine bessere Rundfahrt hätte ich mir nicht wünschen können! Und wir werden auch noch bis vor die Haustür unserer Couchsurfer gebracht.

Das zweite Hitchhike-Erlebnis war nicht geplant. Wir fahren mit der Bahn von Bodmin nach Taunton. Von dort wollen wir mit dem Bus nach Glastonbury, das keinen Bahnhof hat, weiter. Ich habe mir die Buszeiten aufgeschrieben und die Busse fahren stündich, sodass ich genug Zeit habe, vom Bahnhof zum Busbahnhof zu laufen. Dort angekommen gibt es eine böse Überraschung – es ist ein Feiertag und es fährt nicht ein einziger Bus nach Glastonbury,auch nicht mit Umweg über eine andere Stadt! Ich kann es nicht fassen. Ich stecke in Taunton fest. Meine Unterkunft in Glastonbury ist schon gebucht und auch der Fernbus für den nächsten Morgen, von Glastonbury nach London. Was tun? In Taunton im Hotel schlafen und am nächsten Morgen von hier nach London? Das wäre ein Verlust von mindestens 150 euro und außerdem wollte ich unbedingt das Glastonbury Tor besteigen.

Also versuchen wir wieder das hitchhiken. Ich laufe mit Mayla und dem Gepäck in Richtung Highway und halte dort den Daumen raus, während Mayla auf dem BürgeNach 15 Minuten hält ein sympatischer Mann an, der sogar den Kindersitz seines Sohnes im Auto hat. Auch er wohnt hier um die Ecke, bringt uns aber tatsächlich die 65 Kilometer bis nach Glastonbury – welch ein Engel! Wir quatschen gut, Mayla schläft im Kindersitz und er setzt mich direkt vor unserem Hostel ab. Ich drücke ihm noch 10 Pfund in die Hand und schaue auf die Uhr – wir sind tatsächlich noch eine halbe Stunde früher da, als wenn wir mit einem Bus hätten kommen können!

Noch ein kurzes Wort zum Hitchhiken mit Kleinkind? Die größte Kritik daran ist wohl, dass es gefährlich sei. Vor allem wenn man keinen Kindersitz dabei hat. Andererseits: In Fernbussen, die ebenfalls auf Highways und Autobahnen fahren, sitzt das Kind auch auf dem Schoß. Mit einem Bus kann ebenso ein Unfall geschehen. Und vergleicht man das deutsche Sicherheitsbedürfnis mit z.B. dem südostasiatischen, wo es etliche Kinder aber kaum Kindersitze gibt, merkt man, dass die Worte „gefährlich“ und „sicher“ immer am hiesigen Standard gemessen werden.
Ich schnalle Mayla immer mit mir an oder lasse sie in der Tragehilfe, wenn wir ohne Kindersitz Auto fahren.
Ein wenig zwiegespalten zu dem Thema bin ich schon noch. Vielleicht wegen der Blicke, die man dafür bekommt. Und weil man sich zu Smalltalk mit dem Fahrer ebenso verpflichtet fühlt, wie das Kind zu entertainen und beiden ein wenig anstrengender wird. Weil man schlechter planen kann und Dinger unvorhergesehener werden: wie sieht es mit Schlafen und essen im Auto aus? Und vor allem, wenn man sich längere Strecken vornimmt als die, für die ich mich entschieden habe: Kommt man rechtzeitig am Zielort an?

Es gibt einige Blogs und Erfahrungsberichte von Familien, die lange Strecken mit ihrem Kind per Anhalter gefahren sind. Ich finde das faszinierend und mutig.

Zelten mit Kind

Schaut euch mienen Gastbeitrag auf dem Blog einer Freundin an! http://www.freileben.net/wie-das-zelten-mit-kindern-entspannt-wird/

Kassensturz

Berechnungen wurden gemacht und ich habe tatsächlich weniger Geld gebraucht, als gedacht.

Mit (fast) allem drum und dran hat mich die drei-monatige Reise (aufgerundet) 3.500 Euro gekostet.

Das teilt sich auf in:

530 € Hin-und Rückflug nach Bangkok

250 € für alle Flüge innerhalb Asiens gesamt

2.700 € für alles, was ich vor Ort ausgegeben habe, inklusive

– Unterkünfte (wenn nicht bei Couchsurfern, dann zwischen 4€ und 35€ pro Nacht)

– Essen und trinken

– Visas (insgesamt ca. 100 €)

– Bus-, Boots-, Taxi-, Zug-, Tuktuk-, Motorradfahrten

– tägliche Aktivitäten, Eintrittsgelder, Fahrradleih, Tourguides,Massagen, …

– ausgedehntem Souvenirshopping, ca. 200 €

– Gebühren für Geldabheben, geschätzte 75€ insgesamt

Das sind 30€ pro Tag bzw. 900 € pro Monat  (ohne Flüge) – und wir sind dieses Mal nicht besonders sparsam gereist. Ich habe beim essen, bei Transportation, bei Unterkünften, bei Spielzeug etc. nicht gespart. Auch ist der Euro im Moment so schwach, dass wir einen extrem schlechten Wechselkurs hatten – was, insgesamt gesehen, tatsächlich einige hundert Euro ausmacht!

Natürlich habe ich durch Couchsurfing (5x insgesamt) Geld gespart. [wobei dies keinesfalls der primäre Grund sein sollte, Couchsurfing zu machen)

Nicht eingeschlossen in diese Berechnung sind die Gebühren für Western Union, was ich einmal machen musste, Medikamente, Kleidung, Ausstattung, Spielzeug, Geschenke für Freunde, etc., das für die Reise gekauft wurde.

Was soll ich sagen? Es hätte sicher günstiger gehen können, doch ich bin zufrieden!

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in Chiang Mai

Nach einigen Telefonaten, Internetrecherche und einem Besuch bei der Immigration in Chiang Mai entscheide ich mich schweren Herzens gegen die Teilnahme an dem Permakultur-Kurs. Durch die Visaverlaengerungen von Mayla UND mir sowie der Flugumbuchung waere der Kurs zwar noch immer guenstig, allerdings sind 500 euro echt ein Batzen Geld – und mit dem Stress der ganzen Organisation und der Ungewissheit, wie Mayla die Fremdbetreuung finden wuerde will ich das Risiko nicht eingehen. Also habe ich nun noch ein paar Tage bei meinen Couchsurfern in Chiang Mai. Wir mieten uns ein Fahrrad und erkunden Chiang Mai (Mayla freut sich unheimlich ueber den Kindersitz! Sie mag die Tragehilfe inzwischen nicht mehr gerne), kaufen viele Souvenirs (sehr untypisch fuer mich, doch tatsaechlich falle ich geradezu in einen Kaufrausch), gehen schwimmen und auf Maerkte, lassen uns von unseren Couchsurfern nochmal richtig mit typisch thailaendischem Essen verwoehnen und haben ansonsten ein paar richtig langweilig-faule Tage, von denen nichts grossartig zu berichten ist. Bloss eine Situation will ich noch eben beschreiben. Wir laufen auf einem Abendmarkt hier im Vorort, wo die Couchsurfer wohnen. Mayla laeuft begeistert voran und bleibt vor jedem Essens-Stand stehen. Dann wird die Nationalhymne gespielt. Und auf einmal bleiben alle Menschen stehen, so wie es ueblich ist in Thailand beim Abspielen der Nationalhymne – es ist surreal, der Markt, der vorher ein grosses Gewusel von Menschen war, die liefen, assen, handelten, kauften, quatschten ist auf einmal stehen geblieben, als haette auf einmal jemand „stop!“ gesagt. Tatsaechlich bewegen sich die Menschen ueberhaupt nicht und sagen keinen Ton und wenn die Musik nicht weiterspielen wuerde, wuerde ich vielleicht denken, ich sei in irgendein Raum-Zeit-Loch gefallen. Ebenso ploetzlich bewegen sich alle Menschen wieder- als das Lied sich dem Ende zuneigt machen alle so weiter, als waere nichts geschehen. Ich bin beeindruckt. Schliesslich geht es mit dem Flugzeug nach Bangkok, wo ich wieder bei der Couchsurferin Stefanie mit ihrer Tochter Kaja unterkomme. Mayla und Kaja verstehen sich wieder bestens. Und dann geht es am Dienstag morgen mit Taxi zum Flughafen. Mayla und ich nutzen die Zeit am Flughafen wie immer zum spielen und dann geht es fuer 16 Stunden (inklusive 2 Stunden Aufenthalt in Dubai) in das Flugzeug nach Duesseldorf. Mayla ist wie immer die Bombe! Das Flugzeug ist auch klasse, mit sehr viel Platz fuer sie zum spielen. Wir malen, kleben Sticker, machen Fingerspiele und koennen sogar Fangen spielen im grossen Flugzeug. Mayla bekommt Spielsachen und viele Naschereien geschenkt und gegen Mittag schlaeft sie fuer 2 Stunden auf meinem Arm und ich gucke einen Film. Auch die Zwischenlandung ist ereignisreich und im naechsten Flugzeug wird noch fuer 3 Stunden gespielt und Buecher angeschaut, dann ist es nach thailaendischer Zeit 9 Uhr und Mayla schlaeft ohne Gemecker und gut zufrieden auf meinem Arm ein. Die 3 Stunden bis zur Landung verbringe ich damit, mit eine Dokumentation ueber Jimi Hendrix anzuschauen und – auf den Geschmack gekommen – mir danach Playlists von Musik der 60er Jahre anzuhoeren. Was heutzutage in Fliegern angeboten wird ist schon der Hammer – man kann auf einem privaten Bildschrim aus scheinbar unbegrenzten Spielen, Liedern, Radiosendern, Playlists, Filmen und Serien auswaehlen. Als wir zur letzten Landung ansetzen wird Mayla wach (da ich sie mit anschnallen muss). Tatsaechlich ist es nach fast 16 Stunden das erste Mal, dass sie auf diesem Flug ein wenig weint – zu gutem Recht, es ist ja mitten in der Nacht fuer sie! Dann sind wir gelandet. Vor den Gepaeckwagen hat sich eine lange Schlange gebildet. Hier werden tatsaechlich 1 Euro pro Gepaeckwagen verlangt – welch eine Frechheit, denke ich mir! Da die Menschen ja fast alle aus dem Urlaub kommen und vielleicht kein Euro dabei haben, kann man auch mit EC-Karte zahlen. Gluecklicherweise habe ich tatsaechlich noch einen Euro in meinem Portmonnaie (meine EC-Karte ist ja weg. Mit einem zusaetzlichen Koffer und dem Kinderwagen waere es auch tatsaechlich nicht ohne Gepaeckwagen gegangen) und sogar noch einen Euro fuer einen jungen Mann ueber, dessen Karte nicht funktioniert. Mit Mayla auf dem Arm und dem Gepaeckwagen hinter mir warte ich um 19:00 deutsche Zeit auf unser Gepaeck. Mayla ist prima, sie ist muede, will nicht von meinem Arm runter, macht aber alles super mit. Das Gepaeck laesst ewig auf sich warten und ich fuehle mich wie bei der versteckten Kamera – mehr und mehr Menschen draengen sich um das Gepaeckband und ich komme nicht umhin zu denken „typisch deutsche Mentalitaet“ . Schnell stehen 3 Reihen Menschen vor mir, so dicht gedraengt und so eng an dem Gepaeckband stehend, dass ich nur den Kopf schuetteln kann. Fuer die Menschen, die sich vordraengeln, ist zu wenig Platz, um ihre Koffer herunterzuheben und hinten sieht man nichts mehr. Es wird gedraengelt, obwohl die Koffer unendlich langsam kommen. Die Familien stehen zusammen, der Gepaeckwagen moeglichst nahe an ihnen dran, voller Panik dass sie ihre Koffer verpassen. Ich will und kann mich mit Mayla nicht vordraengeln und auch die alleinreisende Mutter neben mir mit ihrem Saeugling schuettelt den Kopf aufgrund dieser fehlenden Ruecksichtsnahme. Vor 10 minuten stand sie noch ganz vorne, erzaehlt sie fassungslos, dann haben sich alle vorgedraengelt. Ihr Koffer kommt und sie versucht erfolglos, sich zum Gepaeckband durchzuschieben. Sie ruft mehrmals, ob ihr jemand den Koffer vom Gepaeckband heben kann, doch die Maenner, die vorne stehen, sind so konzentriert auf das Gepaeckband, dass es keiner schafft, ihn vom Band zu heben. Als er zum 2. Mal bei uns vorbei kommt, hebt ein Mann ihn vom Band und dreht sich direkt wieder um. Ich helfe der Mutter, den schweren Koffer auf ihren Wagen zu heben und denke, wie traurig es ist, dass die beiden Muetter mit den Babies auf den Armen sich gegenseitig helfen muessen. Gut dass Mayla so ein klasse Kind ist und alles tapfer mitmacht. Schliesslich habe ich all meine Gepaeckstuecke und setze Mayla wie eine Koenigin obenauf, was ihr ein muedes Laecheln entlockt. Ich bin gespannt, wie wird sie auf ihren Opa reagieren, der uns abholt? Ich habe ihr zwar davon erzaehlt, dass wir wieder nach Hause fahren, aber dies schien sie eher zu verwirren. Mein Vater steht hinter der Absperrung, hinter einer Reihe anderer Menschen. Mayla erkennt ihn tatsaechlich schon vor mir und zeigt ganz erstaunt auf ihn. Als wir uns endlich sehen merkt man ihre Freude und gleichzeitige Verwirrung (man muss auch bedenken, wie spaet es schon ist fuer sie). Sie schlaeft den groessten Teil der Heimfahrt und zuhause warten 2 Omas und ein Hund auf sie. 11 Uhr abends deutsche, 5 Uhr morgens thailaendische Zeit und Mayla dreht richtig auf. Mitten in der Nacht entdeckt sie das Haus wieder, die Moebel, das Spielzeug wieder. Erst viel spaeter gehen wir beide muede und gluecklich in das Bett.

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unsere Couchsurferin in Chiang Mai

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Couchsurferin in Chiang Mai

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der Nachbarsjunge

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Mullberries pflücken

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Die Kokosnüsse werden gerecht zwischen Mayla und den Hunden aufgeteilt

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Da habe ich auch etwas „Gutes“ getan; mit einer Machete Kokosnüsse vom Baum geschlagen!

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Im Flugzeug auf dem Weg nach Hause! Mayla verbringt die Zeit mit Fotos machen😉

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